Pigmentflecken

Wir wissen was Ihrer Haut guttutErfolgreiche Behandlungs-Konzepte

Ordination Frau Dr. Norden-Wainig



Was sind Pigmentflecken?

Bei Pigmentflecken handelt es sich um räumlich begrenzte, bräunliche Hautverfärbungen, die durch eine übermäßig starke Einlagerung von Melanin in die Hautoberfläche entstehen. Melanin ist ein Pigment, dessen Hauptaufgabe darin besteht, die Haut vor dem schädigenden Einfluss der UV-Strahlung im Sonnenlicht zu schützen. Gebildet wird der braune Farbstoff von den sogenannten Melanozyten. Sie erhalten das Signal zur Pigmentbildung von anderen Hautzellen, den Keratinozyten, vor allem als Reaktion auf Sonnenlicht. Gemeinsam sorgen diese beiden Zelltypen so für die von vielen geschätzte Urlaubsbräune.
Pigmentflecken sind also Ausdruck einer gestörten Melaninproduktion, die durch verschiedene Auslöser bedingt sein kann – angefangen von (zu) häufiger UV-Einstrahlung über die normale Hautalterung bis hin zu hormonellen Einflüssen. Wichtig ist zu wissen, dass die kleinen braunen Hautverfärbungen selbst in der Regel harmlos sind und keinerlei Krankheitswert besitzen.

Allerdings sind Pigmentflecken, die als Folge von Sonnenbelastung auftreten, ein Zeichen von Sonnenschädigung und spielen somit eine wichtige Rolle als Risikofaktoren für Hautkrebs. Dies wurde erst kürzlich in einer in Wien durchgeführten Studie gezeigt.
Abgesehen davon, dass sie oft als unästhetisch und kosmetisch störend empfunden werden, insbesondere wenn sie an sichtbaren Stellen wie Gesicht, Händen oder Dekolleté zu Tage treten, sind sie somit auch von medizinischer Bedeutung, da das Vorhandensein von vielen Sonnenflecken das Hautkrebsrisiko erhöht.

Wie kann man Pigmentflecken entfernen?

Viele Betroffene empfinden sie als kosmetisch sehr störend und möchten sie gerne entfernt haben. 
Als Behandlung empfielt sich ein chemisches Peeling (Fruchtsäurepeeling), dies besteht meist aus einer Kombination von Fruchtsäuren und Vitamin C. Es beschleunigt die Abschilferung der obersten Hautschichten, besitzen zudem eine bleichende Wirkung und führen so zu einer Aufhellung der Haut.
In jedem Fall ist es ratsam, dass die Behandlung nicht selbstständig erfolgt, sondern in enger Abstimmung mit einem Hautarzt durchgeführt wird.


Eine weitere Behandlungsmethode ist die Microdermabrasion: Hierbei werden die hyperpigmentierten Hautbereiche mit feinen Quarzkristallen abgetragen.
Während der Behandlungsdauer ist ein konsequenter Sonnenschutz, mindestens Lichtschutzfaktor 30, unverzichtbar. Es ist allgemein ratsam, diese Behandlungen in den sonnenarmen Jahreszeiten, am besten im Winter, durchführen zu lassen.

Wie häufig sind Pigmentflecken?

Pigmentflecken sind ein sehr weit verbreitetes Phänomen. So entwickelt die Mehrzahl aller Menschen in Mitteleuropa im Laufe des Lebens mehr oder weniger ausgeprägte Sonnen- und Altersflecken, die am häufigsten vorkommenden Hyperpigmentierungen. Sie treten verstärkt ab dem 40. Lebensjahr auf. Frauen sind insgesamt öfter von Pigmentflecken betroffen als Männer.

Welche Formen von Pigmentflecken gibt es und welche Ursachen haben sie?

Sonnenflecken (Lentigines solaris) bzw. Altersflecken (Lentigines senilis) sind rundliche bis linsenförmige, braune Hyperpigmentierungen, die vor allem an Hautstellen auftreten, die häufig der Sonne ausgesetzt sind. Also am Handrücken, an den Streckseiten der Unterarme, im Gesicht und bei Frauen auch am Dekolleté.
Die zwischen wenige Millimeter und ein Zentimeter im Durchmesser großen, scharf begrenzten und im Hautniveau liegenden Flecken entstehen – wie der Name bereits sagt – durch (zu viel) Sonnenlicht. Einerseits führt der jahre- und jahrzehntelange Einfluss der darin enthaltenen UV-Strahlung dazu, dass Melanozyten überaktiv werden und verstärkt Melanin produzieren. Andererseits funktioniert auch der Abtransport des Pigments nicht mehr reibungslos. Die Folge ist, dass sich Melanin in der Haut anhäuft und die ungeliebten Flecken bildet.

Bei Altersflecken ist noch ein anderer Farbstoff mit im Spiel: Lipofuszin. Es wird auch "Alters-" oder "Abnutzungspigment" genannt und entsteht als Endprodukt der Oxidation von ungesättigten Fettsäuren in der Zellwand. Dass sich Lipofuszin bildet und in Form von Altersflecken anhäuft, ist letztlich die zwangsläufige Folge des natürlichen Alterungsprozesses der Haut, der aber durch den Einfluss von UV-Strahlen beschleunigt wird. Deshalb finden sich diese Pigmentstörungen ebenfalls bevorzugt an Stellen, die immer viel Sonne abbekommen haben, wie Hände, Unterarme und Gesicht. 90% der über 60-Jährigen im deutschsprachigen Raum sind von Alters- und Sonnenflecken betroffen.
Entzündungen und Verletzungen der Haut können ebenfalls zu einer veränderten Pigmentbildung führen. Solche "postinflammatorischen Hyperpigmentierungen" treten zum Beispiel nach Akne, Insektenstichen oder Verbrennungen auf.
Die sogenannte „Schwangerschaftsmaske" hingegen hat ihre Ursache in den hormonellen Umstellungen, die eine Schwangerschaft mit sich bringt. Diese in der medizinischen Fachsprache als "Melasma" oder "Chloasma gravidarum/uterinum" bezeichneten, meist großflächigen Hyperpigmentierungen betreffen das Gesicht und hier vorwiegend den Stirn-, Wangen- und Oberlippenbereich. Sie können auch durch die Einnahme einer östrogenhaltigen Antibabypille verursacht werden. Meist bilden sich solche hormonell bedingten Pigmentflecken nach der Entbindung bzw. nach dem Absetzen der Pille zurück – allerdings nicht immer vollständig.
Eine weitere mögliche Ursache von Pigmentflecken ist die Einnahme von Medikamenten, etwa des zur Behandlung der Epilepsie eingesetzten Phenytoin oder bestimmter Antibiotika. Darüber hinaus können auch Inhaltsstoffe in Kosmetika, wie beispielsweise Duftöle, die Haut lichtempfindlicher machen und so zur Entstehung von Pigmentstörungen führen.

Wie kann man Pigmentflecken vorbeugen?


UV-Strahlung ist die Hauptursache für Sonnen- und Altersflecken. Deshalb besteht die wichtigste Vorbeugungsmaßnahme darin, die Haut vor der Sonne zu schützen. Das bedeutet einerseits, sich nicht zu häufig und zu lange der direkten Sonnenstrahlung auszusetzen, insbesondere im Sommer und andererseits konsequent Sonnencremes mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor zu benutzen.

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Autoren:
Ulrich Kraft, Arzt & Medizinjournalist
Medizinischer Review:
Univ.-Prof. Dr. Ichiro Okamoto, Universitätsklinik für Dermatologie, Medizinische Universität Wien
Redaktionelle Bearbeitung:
Mag. (FH) Silvia Hecher, MSc
Quellen:
Duale Reihe Dermatologie. 7. Auflage, Thieme Verlag, Stuttgart 2010